Der Tablet-PC als Lehrerwerkzeug

Vor wenigen Jahren noch als Exoten betrachtet, haben sich Tablet-PCs wie Apples iPad mit bemerkenswerter Geschwindigkeit als Alternative zum herkömmlichen PC etabliert. In den USA haben die Tablet-Verkaufszahlen die des Notebooks bereits hinter sich gelassen. An Schulen bleibt diese Entwicklung nicht unbemerkt. Ganz besonders Marktführer Apple hat es auf den Bildungssektor abgesehen: Seit Anfang des Jahres stellt Apple eine eigene Software zur Entwicklung von Schulbüchern zur Verfügung, ganze Schulen sollen mit iPads ausgestattet werden. In Deutschland sind  die ersten Versuche mit iPad-Klassen im vollen Gange. Während die Ergebnisse dieser Pilotprojekte eher gemischt ausfallen, erweist sich das Tablet als praktischer Lehrerbegleiter.

Vom Kursbuch bis zur Übungsblattsammlung, von der Notenverwaltung bis zum Kalender: Mit einer großen Anzahl von Apps, wie die Programme auf den Geräten genannt werden, sind iPad und Co. in vielen Situationen des Lehreralltags eine große Hilfe.

Einer der größten Vorteile der Geräte liegt wortwörtlich auf der Hand: Klein und leicht, wie das Tablet in der Hand liegt, lässt es sich praktisch überall verwenden. Im Unterricht können Sie das Gerät genau wie ein Buch oder einen Notizblock in der Hand halten und auf Ihre Notizen, Präsentationen oder andere Anwendungen zurückgreifen. Im Gegensatz zu herkömmlichen PCs brauchen Sie mit dem Tablet nicht zu fürchten, sich mit dem Gerät von der Klasse „abzuschirmen“.

Einen leistungsfähige Computer ersetzen Tablet-PCs allerdings noch nicht. Ihre kompakte Größe von sieben bis zehn Zoll bringt auch Nachteile mit sich. Richtiges Arbeiten macht auf der kleinen Fläche keinen Spaß. Längere Texte schreiben sich besser mit einer richtigen Tastatur und die herkömmliche Maus ist den Fingern in Sachen Präzision noch weit überlegen.

Wenn es allerdings darum geht, Inhalte und anschauen und zu präsentieren, spielen die Geräte ihre Stärken aus. In Kombination mit der Cloud-Technologie, auf die auch meinUnterricht.de setzt, entfaltet das Tablet sein Potential. Inhalte, die Sie auf Smartphone, Tablet oder am PC erstellt haben, sind unmittelbar auf allen Ihren Geräten verfügbar. Rufen Sie am PC erstellte Inhalte unterwegs auf Ihrem Tablet ab. So können Sie im Unterricht auf die am heimischen PC erstellte Präsentation zurückgreifen und sich auf dem Smartphone zwischendurch noch schnell ein paar Notizen machen, die Ihnen unmittelbar auf dem Tablet angezeigt werden.

Als Lehrer haben Sie die Chance, Ihren Schülern einen sinnvollen und produktiven Umgang mit elektronischen Medien vorzuleben. Längst haben Apple und Co. die junge Kundschaft für sich erobert. Der Einzug in das Klassenzimmer lässt allerdings noch auf sich warten. Für Sie bietet das Tablet bereits einen großen Mehrwert. Mittlerweile gibt es entsprechende Geräte in fast allen Preisklassen. Wer bereits über WLAN in der Schule und einen Leistungsfähigen PC daheim verfügt, für den ist das Tablet eine optimale Ergänzung.

Inklusive Schule: eine Leseliste

Im Jahr 2009 trat in Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention  in Kraft. Behinderten Menschen steht damit eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu – von “Inklusion” ist die Rede. Besonders die Schulen stehen dabei im Mittelpunkt, es geht um die Frage, wie behinderte Schüler langfristig der Besuch von Regelschulen ermöglicht wird.

Sechs Stimmen, sechs Standpunkte. Ein Rundumblick auf das Echo in den Medien zeigt, dass in der Debatte über die Inklusion sehr unterschiedliche Auffassungen aufeinandertreffen. In den Kommentarspalten sorgt das Thema für lebendige Diskussionen. Wir haben einige Standpunkte zusammengetragen.

ZEIT online: Gemeinsam anders

»Wie schafft man den Übergang zu einem Schulsystem, in dem vom geistig Zurückgebliebenen bis zum Hochbegabten alle in einem Klassenraum lernen? Und bleibt in einer Schule für alle nicht doch zwangsläufig etwas auf der Strecke, die spezielle Förderung des Einzelnen zum Beispiel oder die Bildungsqualität für jeden Schüler? Antworten auf diese Fragen sind besonders für Deutschland interessant. Denn hier verfolgt man bis heute die Philosophie der wohlmeinenden Separation.«

Während wir in Deutschland über Jahrzehnte ein differenzierendes Schulsystem aufgebaut haben, ist in Italien die Inklusion schon lange eine Selbstverständlichkeit. Es wird deutlich, wie sehr Eltern behinderter Kinder zu schätzen wissen, dass Ihre Kinder die Möglichkeit haben, nicht in einer eigenen Welt aufwachsen zu müssen. Allerdings auch, dass es viel Einsatz braucht, ein inklusives Schulsystem zu etablieren.

Paul Tresselt: Inklusion und gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern

»Irgendwie wird den Lehrerinnen und Lehrern die Inklusion aufs Auge gedrückt, obwohl die Voraussetzungen noch nicht geschaffen sind. […] Notwendig wären mehr Lehrer, kleinere Lerngruppen und eine entsprechende Ausstattung. Alles kostet natürlich viel Geld, das das Land oder die Schulträger nicht investieren wollen, aber Inklusion bedeutet nun mal Investition!«

Paul Tresselt, “Internetberater für Lehrer, Lehramtsanwärter und Schulleiter”, wirft einen kritischen Blick auf die Ziele der Landesregierung Nordrhein-Westfalens, als erstes Flächenland seine Schulen zur vollständigen Inklusion zu verpflichten. Dabei lässt er Lehrer zu Wort kommen und Zahlen sprechen.

FAZ.net: Inklusion mit Augenmaß

»Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit von Schülern führt zwangsläufig zur Schichtung von Schülern, ganz gleich in welchem System. Schule erzeugt immer Differenz. Das zur Kenntnis zu nehmen, könnte manche Erwartung von Anfang an dämpfen. Doch davon ist die deutsche Debatte weit entfernt.«

Heike Schmoll gibt bisherigen Bemühungen um inklusive Schulen schlechte Noten. Eltern behinderter Kinder würden Förderschulen ohnehin bevorzugen, Schmoll spricht von einem “Zwang zur Gemeinsamkeit”.

Süddeutsche.de: Wenn Lehrer an ihre Grenzen stoßen

»Wenn man mit Lehrern spricht in diesen Tagen, dann berichten sie oft von einem Gefühl, alleine gelassen zu werden – dass sie versuchen, allen ihren Schülern gerecht zu werden. Aber dass sich dann Eltern beschweren, wenn es mit dem Stoff nicht weitergeht. Dass es ja niemandem Spaß macht, in einer Klasse zu sitzen, in der vor lauter Pädagogik das Lernen zu kurz kommt. Und dass es bei allem guten Willen an Hilfe fehlt.

Nach einem Schuljahr inklusivem Unterricht in Bayern verfasst Stephan Handel eine Bestandsaufnahme. In 160 Klassen haben Politiker, Psychologen, Lehrer und Eltern Erfahrungen gesammelt. Handel impliziert, dass sich die Akteure mit ihren so unterschiedlichen Standpunkten langsam annähern müssen.

brand eins: Motivierte Leute

»Handicaps im Unternehmen kosten Zeit, Geduld und Geld. […] ‘Aber letztlich’, mischt sich Knut Schuster ein, ‘ist das ganze Paket für uns unternehmerisch richtig.’ […] Nicht zuletzt profitiere man noch aus einem anderen Grund von den Kollegen. ‘Unser Umgang miteinander ist einen Tick rücksichtsvoller und herzlicher geworden’, sagt Schuster, auch wenn ihm bei der Formulierung nicht ganz wohl zu sein scheint. Klingt zu sehr nach Gutmenschentum.«

Beim Stichwort Inklusion geht es nicht nur um das Schulleben. Was wird aus den Schülern, wenn sie die Schule verlassen? Das Wirtschaftsmagazin brand eins hat einen Blick in Unternehmen geworfen, die auf behinderte Arbeitskräfte setzen. Nebenbei zeigt sich, wie es um Behinderte in der Berufswelt steht.

Rituale im Unterricht

“Guten Morgen,” rufen Sie mit strahlendem Gesicht Ihrer Klasse entgegen, als Antwort schallt ein eingängiges “Guten Morgen, Frau Albrecht” im Chor zurück. Mehr oder weniger bewusst greift wohl jede Lehrkraft in ihrem Unterricht auf das ein oder andere Ritual zurück. Nach Ihrer Begrüßung gehört die Aufmerksamkeit Ihrer Klasse allein Ihnen. Bewusst eingesetzt können Rituale eine unglaubliche Wirkung entfalten. Sie gehören zur Grundausstattung der Lehrkraft, als multifunktionales Steuerungswerkzeug des Unterrichtsflusses.

Nachdem uns einer unserer Leser in einer Diskussion auf Facebook auf das Thema gestoßen hatte, wollten wir uns dem Thema ausführlich widmen. Dabei haben wir auf Ihre Mithilfe gesetzt: Wir haben unsere Leser auf Facebook gefragt, welche Rituale sie in ihren Unterricht einfließen lassen und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Was sich dabei ergeben hat, möchten wir in diesem Artikel berichten.

Leistungssportler, Manager oder Politiker setzen auf ihre persönlichen Rituale, kleine Signale, um sich im entscheidenden Moment auf genau eine Sache konzentrieren zu können. Das Drehen des Ringes oder der unauffällige Kniff in die Schulter löst die mit professioneller Hilfe einstudierte Wirkung aus: Der Elfmeter wird sicher geschossen, Investor oder Wähler sehen einen selbstbewussten Auftritt. In Ihrem Unterricht gehen Sie noch einen Schritt weiter. Das Ritual ist schließlich nicht für Sie allein gedacht, sondern Sie kommunizieren es mit Ihren SchülerInnen.

Kommunizieren heißt, dass Sie Signale mit Ihren SchülerInnen absprechen sollten. Tun Sie es vergangenen Lehrergenerationen nicht gleich, indem Sie Rituale als Machtinstrument einsetzen. Wenn Ihre SchülerInnen zu Stundenbeginn aufstehen, sollte es Ihnen nicht vordergründig darum gehen, Ihre Autorität zu untermauern. Vielmehr helfen Sie mit solchen Signalen Ihrer Klasse: Rituale geben Struktur, leiten Konzentrationsphasen ein und können den Lernprozess unterstützen. Wenn Sie ein Zeichen für den Beginn einer Arbeitsphase einsetzen wollen, dann sprechen Sie mit Ihren SchülerInnen darüber und signalisieren Sie, dass Sie auch für Kritik offen sind. Ein gemeinsames Signal funktioniert dann am besten, wenn sich alle Beteiligten wohl und respektiert fühlen.

Das bedeutet auch, dass sie sich auf das Alter Ihrer Klassen einstellen sollten. Während Sie in der Grundschule zu Beginn des Unterrichts ein Lied singen können, tun sich SchülerInnen der Oberstufe schon mit Handzeichen schwer. Und der vielleicht wichtigste Ratschlag: Verlieren Sie nicht so schnell die Geduld. Es erfordert Zeit, ein Ritual einzuüben. Wenn Sie ein Handzeichen zum ersten Mal einsetzen, dann wird Ihre Klasse womöglich nicht gleich so ruhig, wie Sie sich das vorgestellt hatten. Wenn Sie allerdings über längere Zeit Arbeitsphasen stets mit einem bestimmten Zeichen oder Ton einleiten, dann sind Ihre Schülerinnen und Schüler es irgendwann gewohnt, genau auf dieses Signal hin Ruhe und Konzentration zu finden.

Zum Beginn der Stunde

Bei mir beginnt jede Englischstunde mit der Ansage des aktuellen Datums und des aktuellen Wetters, natürlich auf Englisch und mit Flashcards. Jede Stunde kommt ein anderer Schüler bzw. eine Schülerin zur Tafel. -Lenu Ga Ga

Ebenso verwende ich die ersten 5 Minuten im EWG-Unterricht für aktuelle politische/wirtschaftliche und sportliche Nachrichten. Die Schüler können dann unkommentiert sich untereinander schlagzeilenartig austauschen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit klappt das sehr gut. Lasst den Schülern mehr Raum, die Lücke füllen sie nach anfänglichem Unverständnis von ganz alleine. -Björn Wilde

Zum Klassiker „Guten Morgen“ gibt es viele spannende Alternativen. Und warum sollten nicht die SchülerInnen selbst die Einleitung übernehmen. Besonders in den Fremdsprachen ist eine kleine Anmoderation durch einen Schüler oder eine Schülerin eine gute Idee. Leicht variiert ließe auf diese Moderation natürlich auch in anderen Fächern zurückgreifen: Ihren Sozialkundeunterricht könnten Sie beispielsweise mit aktuelle Nachrichten anmoderieren lassen. In der Oberstufe könnten Sie dem Moderator oder der Moderatorin gleich noch die Besprechung der Hausaufgaben überlassen.

Wenn Sie es vorziehen, das Heft in Ihrer Hand zu behalten, dann können Sie sich auch mit Variationen Ihrer Begrüßung begnügen. Machen Sie eine Lautstarke Begrüßung zu Ihrem Markenzeichen. Jüngere Klassen lassen sich bestimmt zu einem besonders lauten „Guten Morgen“ motivieren. Wenn Sie dazu noch ein wenig Bewegung ins Spiel bringen, kann das wahre Wunder bewirken.

In der Grundschule dürfte vielen der Morgenkreis geläufig sein. Zu Beginn jedes Schultages oder zu jeder Schulwoche geben Sie den Kindern Gelegenheit, über ihre Erlebnisse zu berichten. Ganz spielerisch lernen diese dabei, Dinge zu schildern und sich gegenseitig zuzuhören.

Ich habe mir in den Religionsstunden angewöhnt, die Stunde mit einem Lied/schönen Video zu beginnen. Werde das wieder runterfahren und für besondere Stunden aufheben, aber den Schüler hat es nach anfänglichem “Was will der von uns?” sehr gefallen. Und ich meine jetzt nicht das Singen religiöser Lieder, das hat seinen eigenen Platz. Ich habe unter anderem Jonny Cash, The Doors, Reinhard Mey aber auch das Video: Best Marriage Proposal ever gespielt. Mit den neuen Gema-Regelungen wirds allerdings schwierig bis unmöglich. -Björn Wilde

Im Religionsunterricht ist das Singen eines Liedes zu Beginn auch ein ganz tolles Ritual. -Miri Wa

Jüngere SchülerInnen lassen sich auch außerhalb des Musikunterrichts zum gemeinsamen Singen animieren. Grade in der Grundschule haben viele Lehrer auch Lieder für verschiedene Anlässe wie Wochenabschluss, Ferien oder Geburtstage.

Einleitung und Abschluss von Arbeitsphasen

Ein schönes Ritual ist das Nutzen einer Klingel, um den SuS zu signalisieren, dass ein Arbeitsschritt beendet ist. -Miri Wa

Was für den Sportler der Ring ist, den er vor dem entscheidenden Moment dreht, könnte für Ihre Klasse der helle Ton einer Glocke sein. Ist das Signal erst einmal eintrainiert, dann können Sie es auch vor Klassenarbeiten einsetzen, um Ihren SchülerInnen das Eintauchen in die richtige Arbeitsatmosphäre zu erleichtern. Am Ende einer Arbeitsphase, einer Stunde oder einer Unterrichtsreihe hilft es, das Gelernte noch einmal zu besprechen, damit sich die SchülerInnen den eigenen Fortschritt vor Augen führen und Wissen festigen können.

Sanktionen

Gelbe und rote Karten. Die SuS nehmen es sportlich….;-) -Enrico Schniedero

Besonders dann, wenn das Arbeitsklima im Unterricht droht, außer Kontrolle zu raten, sind feste Rituale hilfreich. Nicht nur, dass Sie Ihre SchülerInnen so zur Ruhe bringen können, ein wirksames Signal gibt auch Ihnen als Lehrkraft Sicherheit. Dabei sollten Sie Wege finden, mit denen Sie und Ihre Klasse ebenso gut zurechtkommen. Gelbe und rote Karten mögen vor allem jüngere Klassen ansprechen. So, wie eine Klingel eine Arbeitsphase einleitet, könnten Sie diese auch als Ruhesignal verwenden, wenn die Klasse sich zu laut verhält. Anstelle von Sanktionen können auch Belohnungen für einen Motivationsschub sorgen. Achten Sie dabei allerdings darauf, weniger die Leistung als vielmehr den Einsatz der jeweiligen SchülerInnen zu messen. Lassen Sie Ihre SchülerInnen zum Beispiel regelmäßig sich selber Ziele setzen.

Fazit

Mit Ritualen lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Schützlinge. So können Sie nicht nur zu Beginn für einen guten Start in die Stunde sorgen, sondern zwischendurch mit den richtigen Signalen Arbeitsphasen einleiten, für Ruhe sorgen und die Stunde mit einer Botschaft schließen. So helfen Sie Ihren SchülerInnen, mit den richtigen Voraussetzungen in die verschiedenen Phasen Ihres Unterrichts einzutauchen. Sie profitieren, indem Sie durch Routinen an Selbstsicherheit gewinnen und keine Energie in eine unkonzentrierte Klasse verschwenden.

Und was sind Ihre Rituale im Unterricht, was sind Ihre Erfahrungen? Gerne können Sie sich unserer Diskussion auf Facebook anschließen, schauen Sie doch einfach mal auf unserer Facebook-Seite vorbei.